Dieser Artikel
- versorgt Sie mit News aus dem chinesisch-österreichischen Kooperationsprojekt CircularityOptimizer rund um eine Integrationsmethodik für kreislaufermöglichende Technologien in industriell-urbanen Symbiosen
- und enthält eine Einladung zur Teilnahme am Webinar Industriell-Urbane Symbiosen: Vom Nebeneinander zum Miteinander am 25.09.2025, gehostet von Projektpartner AEE INTEC und unter Beteiligung von akaryon.
Kreislaufwirtschaft ökologisch und sozial fair gestalten durch smarte Verknüpfung von Technologien in Stadt und Industrie
Welche Technologie hebt ein Technologienetzwerk vor Ort auf ein neues Level, was Energiesparen, wirtschaftliche Vorteile und gesellschaftlichem Mehrwert betrifft? Mit welchen Enabler-Technologien erreicht eine Region Closed Loops? Welche Tech-Power-Kombi macht eine Stadt resilient?
Ein vielversprechendes Konzept zur Förderung der Kreislaufwirtschaft ist die Entwicklung industriell-urbaner Symbiosen (IUS). Durch die Verknüpfung von Stoff-, Energie- und Wasserflüssen zwischen städtischen und industriellen Akteuren lassen sich Synergien nutzen, Abfälle verringern und Kreisläufe schließen. (Mehr dazu auch in einem Paper zum Projekt CircularityOptimizer.)
CircularityOptimizer: Technologiekatalog, Impact-Berechnung und Visualisierung für partizipative Entwicklung zirkulärer Szenarien
Die Innovation CircularityOptimizer, die in den vergangenen Monaten maßgeblich weiterentwickelt wurde, folgt diesem Ansatz. Das Instrument unterstützt die systematische Identifikation, Bewertung und Einbindung von Technologien zur Kreislaufschließung in konkrete Anwendungsszenarien.
Entscheidungs- und Interpretationshilfe
Der CircularityOptimizer ist eine Entscheidungshilfe: Mit welchen Technologie-Konstellationen können Zirkularitätsziele in einem Gebiet erreicht werden? Und er ist eine Hilfe beim Interpretieren von Kennzahlen, die ein Gebiet definieren: Welche Zirkularitäts-Performance wird in einem Gebiet erbracht?
Für Stakeholder mit unterschiedlichen Fachhintergründen
Der CircularityOptimizer macht Lösungen für Problemstellungen in der zirkulären Technologieintegration für Stakeholder mit unterschiedlichen Fachhintergründen schnell und anschaulich erfassbar und verhandelbar bis zum faktisch fundierten Konsens.
Indikatorensystem integriert auch sozialen Impact
Das Indikatorensystem umfasst neben dem technischen, ökologischen und wirtschaftlichen auch den sozialen Impact. Es basiert auf dem EU-Überwachungsrahmen für die Kreislaufwirtschaft, der u. a. auch soziale Inklusion reflektiert sowie IUS-spezifische energetischen Indikatoren. Messbar sind neben klassischeren Effekten wie Energie- und Wassereinsparungen sowie direkten CO2-Emissionen u. a. auch indirekte Emissionen und gesellschaftliche Effekte auf diverse, auch vulnerable Gruppen in Personenstunden sowie Gender-Sensitivity.
Zu sozial wirksamen Parametern, die eigens für den CircularityOptimizer von den Verantwortlichen definiert wurden, um gesellschaftlich positiven Impact in der Planung voranzutreiben, zählen u. a. Stand der Digitalisierung, Allgemeine Lärmbelastung, Anteil der Flächen, die ausreichend beleuchtet sind.
Schnell Zahlen erfassen genauso möglich wie Aneignen von Detailwissen
Es gibt die Möglichkeit einer Quick Snoop-Auswertung in S / M / L und auch lehrreich aufbereiteten Detailinfos zur Bewusstseinsbildung Prozessbeteiligter.
Kernelemente des CircularityOptimizer, einer Integrationsmethodik für kreislaufermöglichende Technologien in industriell-urbanen Symbiosen
Technologiekatalog:
Passende Technologien für symbiotische Technologie-Netzwerke finden
Das Framework integriert einen modular aufgebauten, digitalen Technologiekatalog. Dieser ist mit einem multidimensionalen Bewertungssystem verbunden: Auf Basis von ESG-Kriterien (Environment, Social, Governance) können so bereits mit einem groben Datenset umfassende Nachhaltigkeitsbewertungen von Technologieszenarien durchgeführt und symbiotische Optionen zur Integration von Technologien in die Szenarien abgeleitet werden.
ESG-Daten-Management und -Reporting-Tool:
Objekte analysieren anhand allgemeiner Kennzahlen und eigener Daten
Funktionierende Kreisläufe profitieren von einer umfassenden Bewertung von Technologie-Matches nach Prinzipien, die über Umwelt- und Wirtschaftsaspekte hinausgehen und auch Soziales und Governance in den Blick nehmen – an dieser Stelle kommt der Verknüpfung der Methodik mit der ESG-Management- und Reporting-Software ESG-Cockpit eine besondere Rolle zu.
Über Schnittstellen zum ESG-Cockpit wird die Integration in individuelle Datenlandschaften effizient möglich – seit 10 Jahren am Markt unterstützt das Tool bereits tausende User aus Unternehmen und Organisationen, öffentlichen Einrichtungen und Gemeindeverwaltungen in Österreich, Deutschland und international setzen es für die Einhaltung von Standards wie z. B. ESRS, VSME, EMAS, Gemeinwohlökonomie und SDGs ein.
Das ESG-Cockpit fungiert als Algorithmen-Engine: Zahlreiche KPIs (Key Performance Indicators) zum Thema Kreislaufwirtschaft sind bereits hinterlegt, es können aber auch eigene definiert werden (auch zu anderen Nachhaltigkeitsthemen) sowie individuelle Berechnungslogiken. Der Algorithmus zur Wirkungsanalyse ist anpassbar an verschiedene Stakeholder-Ansprüche.
Partizipationsmethode und Visualisierungs-Tool:
Objekte im Zusammenspiel sehen und Konstellationen partizipativ verändern
Schnittstellen zur Decision-Support- sowie Stadt- und Regionalplanungs-Plattform URBAN MENUS ermöglichen die 3D-Repräsentation und gemeinsame Anpassung von Technologie-Match-Szenarien bis zum Wunsch-Ergebnis.
Im Unterschied zu reiner Planungs-Software ist die Szenarien-Reflexion hier interdisziplinär verständlich in Multi-Stakeholder-Kontexten möglich, im Unterschied zu Gamification-Software / Planspielen, kann dennoch mit realen Daten gearbeitet und auf Basis dieser visualisiert werden. Technische Parameter sind nicht nur mit ESG-Kriterien, sondern auch mit Stakeholder-Interessen verknüpft.
Langfristig kann das Framework als Entscheidungsgrundlage auch in weitere digitale Planungsumgebungen integriert werden, was verschiedenste Anwendungsfelder eröffnet.
Anwendungsbeispiele
Einsatz in Österreich – Technologieintegration Abwasserreinigungsanlage

In Österreich wurde in Zusammenarbeit mit AEE INTEC eine Abwasserreinigungsanlage (AAR) in Gleisdorf (Steiermark) als Ausgangspunkt für zirkuläre Technologie-Integration gewählt.
Das Bild zeigt das Anwendungsgebiet Gleisdorf rund um die AAR
Auf der Grundlage umfangreicher Forschungs- und Bewertungsarbeiten wurde eine Reihe maßgeschneiderter Technologien ausgewählt, um die Synergieeffekte in den Bereichen Energie-, Wasser- und Nährstoffkreisläufe zu maximieren, mit Vorteilen auch für die Bevölkerung. Beispiele dafür sind u. a. Anlagen bzw. Systeme im Bereich Wärmepumpen, Kraft-Wärme-Kopplung, Photovoltaik, Membrandestillation sowie Phosphorrückgewinnung.

Einsatz in China – Regenerative Sanierung eines ehemaligen Industriegeländes
In China wurde in Zusammenarbeit mit der ARTS Group, die als erste Green-Building-Design-Firma aus Suzhou gilt, das Projekt Carbon 12 Workshop in Kunshan, Suzhou (Provinz Jiangsu) als Ausgangspunkt für die Technologieintegration gewählt – ein Projekt zur regenerativen Sanierung eines ehemaligen Industriegeländes. Hier wurde unter anderem die Integration von Photovoltaik mit Luftwärmepumpen, Regenwassernutzungs- und Grauwasserrecyclingsystemen sowie Energieüberwachungs- und -managementsystemen zur Optimierung der Energieflüsse und Ermittlung von Überschüssen untersucht.

Die Entwicklung der Innovation CircularityOptimizer wird gefördert im Rahmen eines bilateralen TECXPORT FTI-Calls, abgewickelt von der Österreichischen Forschungsförderungsgesellschaft FFG in Zusammenarbeit mit dem chinesischen Ministerium für Wissenschaft und Technologie MOST.
Die international renommierte Architektin, Stadt- und Regionalplanerin Laura P. Spinadel (BUSarchitektur) leitet das Projekt. Das auf Umweltinformatik spezialisierte Unternehmen akaryon mit seinem Flagship ESG-Cockpit und das Institut für Nachhaltige Technologien AEE INTEC mit wesentlicher Verantwortung für den Technologiekatalog des CircularityOptimizers sind österreichische Projektpartner. Laura P. Spinadel und akaryon arbeiten seit bald 10 Jahren gemeinsam an der Innovation URBAN MENUS – der CircularityOptimizer ist eine Folgeinnovation.
Auf chinesischer Seite verantwortet die ARTS Group Co.,Ltd. den Lead – das Unternehmen gilt als erstes auf Green-Building-Design spezialisiertes Architekturbüro aus Suzhou (Provinz Jiangsu). Forschungs- und Wirtschafts-Partner sind Jiangsu Langyi Environmental Technology Co., Ltd und das Research Institute for Environmental Innovation (RIET).

Petra Busswald von akaryon am 25. September 2025 als Impulsgeberin im Webinar „Industriell-Urbane Symbiosen“, gehostet von CircularityOptimizer-Projektpartner AEE INTEC

Passend zum Thema gibt es im September auch ein Webinar, gehostet von CircularityOptimizer-Projektpartner AEE INTEC. In diesem Rahmen spricht auch Petra Busswald von akaryon.
Webinar Industriell-Urbane Symbiosen: Vom Nebeneinander zum Miteinander
- Datum: Donnerstag, 25.09.2025
- Zeit: 11:00–12:00 Uhr
- Ort: Online
- Veranstaltung abgehalten in deutscher Sprache
- Teilnahme kostenfrei
Im Fokus steht das Neudenken von Wertschöpfungsketten durch Synergien zwischen Unternehmen, Branchen und Sektoren in industriell-urbane Symbiosen. Es werden Beispiele präsentiert und mit den Teilnehmenden interaktiv diskutiert.
