2022 könnte die Corporate Sustainability Reporting Directive die aktuell geltenden Richtlinien zur Nachhaltigkeitsberichterstattung ablösen – mit neuen Anforderungen an KMU.

Läuft alles nach Plan der Europäischen Kommission, gilt für Nachhaltigkeitsberichte, die ab dem 1. Jänner 2024 veröffentlicht werden – und so das Berichtsjahr 2023 betreffen – bereits die Corporate Sustainability Reporting Directive (CSRD). Sie ist derzeit als Vorschlag publiziert und soll als Update der Non Financial Reporting Directive (NFRD) unter anderem folgende Neuerungen umfassen:

  • Mehr Berichtspflichtige – darunter auch kleine und mittlere Unternehmen

Die Berichtspflicht soll auf alle großen Unternehmen ab 250 Mitarbeiter*innen ausgeweitet werden sowie auf alle börsennotierten Unternehmen auf EU-regulierten Märkten und dadurch auch auf KMU. Letztere sollen drei Jahre Aufschub bekommen, um sich an die neuen Erfordernisse anzupassen. Auch wird es einen Berichtsstandard geben, dessen Umsetzungsaufwand auf ihre Größe zugeschnitten ist. Nicht börsennotierte KMU sollen die Möglichkeit haben, freiwillig nach dem vereinfachten Standard zu berichten.

  • Umfassenderes Reporting und bessere Vergleichbarkeit

Es sind EU-weit einheitliche, verbindliche Standards für das Sustainability Reporting geplant. Die Lieferkette wird dabei noch stärker in den Fokus genommen, außerdem sollen auch grüne Finanzkennzahlen mehr Gewicht bekommen.

  • Verstärkte Digitalisierung

Die Daten sollen künftig Teil des Lageberichts sein, müssen also zeitgleich mit diesem veröffentlicht werden. Für leichtere Auffindbarkeit sollen sie einem einheitlichen Standard folgend digital getaggt werden.

  • Verpflichtende externe Audits

Die Glaubwürdigkeit der Daten soll durch externe Audits unabhängiger Auditor*innen gestärkt werden.

  • Management stärker in der Verantwortung

Das Management soll nicht mehr nur die finanzielle Letztverantwortung, sondern auch die für den Nachhaltigkeitsbericht tragen.

Treten die Änderungen in Kraft, bedeutet das sicher auch eine Weiterentwicklung unseres ESG-Cokpits.


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